Ilmenau – Thuringia (German)

Location: Thuringia
About this community: Wahrscheinlich lebten bereits im Mittelalter Juden in Ilmenau, allerdings sind Belege hierfür rar. Im Laufe des 16. Jahrhundert gibt es einzelne jüdische Niederlassungen, die aber auf Grund von Vertreibung nicht dauerhaft bestehen.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts etabliert sich eine kleine jüdische Gemeinde in Ilmenau. 1880 leben acht jüdische Familien in der Stadt, 1895 hat die Gemeinde 52 Mitglieder. 1910 gehören der Kultus¬gemeinde Ilmenau 82 Mitglieder an. Eine eigene Synagoge gab es in Ilmenau nicht, seit 1891 nutzte die Gemeinde Räume im Hinterhaus des Wohnhauses in der Burggasse 4. Der hier eingerichtete Betsaal wurde während der Reichspogromnacht verwüstet und die Inneneinrichtung wurde öffentlich auf dem Marktplatz verbrannt. Anschließend wurde das Gebäude als Wohnhaus genutzt und 1987/88 wegen Baufälligkeit abgerissen. Die Ilmenauer jüdische Gemeinde bestattete ihre Toten auf dem jüdischen Friedhof der Gemeinde Plaue.
Im Herbst 1944 wurden die beiden letzten jüdischen Ilmenauer, Clara Steinmetz und Marie Naumann nach Auschwitz und Theresienstadt deportiert. Damit endete das jüdische Leben in Ilmenau.
Sources: Brocke, Michael/Ruthenberg, Eckehart/Schulenburg, Kai Uwe: Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994. Seite 423.
http://www.alemannia-judaica.de/ilmenau_juedgeschichte.htm, aufgerufen 18.04.2012
Schwierz, Israel: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation. Erfurt 2007. Seite 161-162.
(http://www.thueringen.de/imperia/md/content/lzt/juedische_vergangenheit_buch.pdf, aufgerufen am 18.04.2012)
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