Immenrode – Thuringia (German)

Location: Thuringia
About this community: 1727 wird zwei jüdischen Familien mit dem Schutzbrief des Fürsten Friedrich Anton von Schwarzburg-Rudolstadt die Ansiedelung in Immenrode ermöglicht. Ende der 1730er Jahre leben bereits elf jüdische Familien am Ort. Sie bilden etwa zehn Prozent der Ilmenauer Gesamt Bevölkerung (500 Einwohner). Immenrode, im heutigen Landkreis Kyffhäuserkreis, wurde auf Grund des relativ hohen jüdischen Bevölkerungsanteils und zur Unterscheidung eines gleichnamigen Ortes bei Nordhausen, auch „Juden-Immenrode“ genannt. 1750 waren 18 jüdische Haushalte in Immenrode niedergelassen. Mitte der 1850er Jahre lebten 145 Juden in 24 Familien am Ort. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahr¬hunderts setzte die, für die meisten jüdischen ländlichen kleinen Gemeinden typische Abwanderung in die größeren Städte ein. So lebten 1872 noch 44 Juden, 1907 nur noch elf Juden in Immenrode. In Immenrode lebte die jüdische Bevölkerung bis ins 19. Jahrhundert in einem Ghetto im oberen Teil des Dorfes. Zunächst wurde in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts eine Scheune als Synagoge genutzt, dann erhielt die Gemeinde 1750 die Erlaubnis eine neue Synagoge zu bauen, die bis ins 20. Jahrhundert genutzt wurde. 1926 wurde das Gebäude verkauft und zwischen 1933 und 1935 abgerissen. Das Grund-stück befand sich in der Hauptstraße 20. In Immenrode gab es eine Mikwe, deren Entstehungszeitraum und Standort heute nicht mehr ermittelt werden können. Ab 1750 wurde der Gemeinde ein öffentlicher abgelegener Brunnen zugewiesen. Ebenso gab es ab der Mitte des 18. Jahrhunderts eine jüdische Schule, die mit einzelnen Unterbrechungen bis 1873 genutzt wurde. Der Standort des jüdischen Schulhauses ist das Grundstück in der Hauptstraße 4, das Gebäude wurde bereits zwischen 1951 und 1955 abgerissen. Außerhalb von Immenrode befindet sich der Friedhof der jüdischen Gemeinde, alle Grabsteine sind beschädigt und das Gelände verwildert. Wann der Friedhof ursprünglich angelegt wurde ist heute nicht definitiv bestimmbar, aber seine Existenz ist ab 1750 belegbar. Am 9. November 1938 haben Ilmenauer Bürger den Friedhof geschändet, Grabsteine wurden entwendet.
Sources: Brocke, Michael/Ruthenberg, Eckehart/Schulenburg, Kai Uwe: Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994. Seite 423.
Schwierz, Israel: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation. Erfurt 2007. Seite 163-167. (http://www.thueringen.de/imperia/md/content/lzt/juedische_vergangenheit_buch.pdf, aufgerufen am 18.04.2012)
Located in: Thuringia